Individuelles Lernen und Individuelle Förderung

Willkommen auf der Homepage zur individuellen Förderung an beruflichen Schulen in Baden-Württemberg

Die Schülerinnen und Schüler an unseren beruflichen Schulen unterscheiden sich nach Vorwissen und Leistungsfähigkeit, nach sozialer Herkunft und Muttersprache, nach Interesse und Begabungen und sie lernen auf ganz unterschiedliche Weise. Diese Heterogenität hat in den letzten Jahren zugenommen.

Das Konzept der individuellen Förderung an beruflichen Schulen will dieser Heterogenität begegnen. Daher haben Lehrkräfte, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Staatlichen Seminare für Didaktik und Lehrerbildung und des Kultusministeriums gemeinsam das
Basismodell zur individuellen Förderung an beruflichen Schulen entwickelt.

Diese Homepage versteht sich als Ergänzung zum Basismodell. Hier finden Sie Unterrichtsmaterialien, good-practice-Beispiele von Schulen, Unterstützungs­angebote, Literatur und Links und vieles darüber hinaus. Die Homepage hat zum Ziel, den Lehrkräften die praktische Umsetzung der individuellen Förderung im schulischen Alltag zu erleichtern. Allen Interessierten gibt sie die Möglichkeit sich schnell und gezielt zu informieren.

Wir werden die Homepage ständig weiterentwickeln und ergänzen. Wenn Sie dazu beitragen möchten, dann nehmen Sie bitte hier Kontakt mit uns auf.

Wir wünschen Ihnen viel Freude und gute Erkenntnisse bei der Nutzung der Homepage.

Referat Grundsatzfragen und Qualitätsmanagement beruflicher Schulen
Ministerium für Kultus, Jugend und Sport, Baden-Württemberg

Bild IF
Kongress DAS LERNEN IM ZENTRUM
Individuelle Förderung an beruflichen Schulen
am 5. März 2015
Flyer / Forenbeiträge
Grundlagen
Die individuelle Förderung (IF)

Definition der individuellen Förderung:

Individuelle Förderung an beruflichen Schulen in Baden-Württemberg umfasst alle erzieheri- schen, pädagogisch-didaktischen und organisatorischen Handlungen und Maßnahmen, die die Lern- und Bildungsvoraussetzungen der einzelnen Schülerin und des einzelnen Schülers konsequent berücksichtigen. Dabei werden deren Lernbedürfnisse, -wege und -möglich- keiten, Begabungen und deren fachliche und überfachliche Kompetenzen in den Blick ge- nommen.

Zentrale Ziele sind, (1) jeder Schülerin und jedem Schüler die Entfaltung ihrer bzw. seiner Persönlichkeit zu ermöglichen und (2) allen Lernenden zur Erweiterung ihrer Handlungs- kompetenz zu verhelfen. Dabei sollen die Schülerinnen und Schüler (3) zunehmend fähig werden, ihr Lernen selbst zu steuern und zu verantworten.

Individuelle Förderung an beruflichen Schulen - zentrale Elemente des Basismodells

Das "Basismodell zur individuellen Förderung an beruflichen Schulen" bezieht sich auf alle Bildungsgänge und Schularten der beruflichen Schulen. Folgende Leitgedanken liegen dem Modell zugrunde:

  • Gute Beziehungen zwischen den Lehrkräften und ihren Schülerinnen und Schülern sind wesentliche Voraussetzung für individuelle Förderung.
  • Pädagogische Diagnosen mit darauf aufbauenden Förderplanungen sind ein zentrales Element individueller Förderung.
  • Der Kern der individuellen Förderung ist die Gestaltung der Lernzeit.

Das Basismodell unterscheidet deshalb zwischen drei zentralen Handlungsfeldern:

  • Beziehungsgestaltung
  • pädagogischer Diagnose und Förderplanung
  • Lernzeitgestaltung

Das Modell unterscheidet außerdem zwischen drei Handlungsebenen der individuellen Förderung:

  • Lehrende und Lernende
  • Klasse bzw. Lerngruppe
  • Schule

Handlungselemente schließlich sind die einzelnen Maßnahmen und Aktivitäten in den Handlungsfeldern bzw. auf den Handlungsebenen.

Individuelle Förderung an beruflichen Schulen ist ausgerichtet auf die Stärkung der fachli- chen und überfachlichen Kompetenzen. Die Letzteren - Methoden-, Sozial- und Personal- kompetenz - sind ebenso wichtig für einen erfolgreichen Start ins Berufsleben oder Studium wie die Erstgenannten.

Individuelle Förderung wird dann am wirkungsvollsten umgesetzt, wenn sie in der ganzen Schule verankert ist.

Auszug aus "Basismodell zur individuellen Förderung an beruflichen Schulen" Ministerium für Kultus, Jugend und Sport, 2013

Schulentwicklung und individuelle Förderung

Systematische Schulentwicklung und individuelle Förderung
  • Individuelle Förderung gelingt am besten,
    • wenn sie in der ganzen Schule verankert ist,
    • wenn die Lehrkräfte zusammenarbeiten,
    • wenn ein gemeinsames Konzept zugrunde liegt,
    • wenn die Schulleitung die individuelle Förderung unterstützt
    • und wenn lernförderlich gestaltete Räume zur Verfügung stehen.
  • Lehrkräfte können innerhalb ihrer Klasse, Fachschaft oder Abteilung und darüber hinaus zusammenarbeiten. Als Team legen sie z. B. Klassenregeln fest, erproben Diagnoseinstrumente oder wählen Unterrichtsmethoden aus.
  • Um die individuelle Förderung systematisch in der Schule zu verankern ist es wichtig, schulspezifische Ziele und Maßnahmen zur individuellen Förderung zu entwickeln.
    Hilfreich ist dabei der Rückgriff auf die Instrumente von OES:
    • Feedback-Prozesse zwischen Lehrkräften sind an vielen Schulen als Bestandteil der Unterrichtsentwicklung etabliert. Diese können Lehrkräfte auf die individuelle Förderung ausrichten, z. B. indem sie Formen der Differenzierung im Unterricht in den Blick nehmen. Auch das Feedback der Schülerinnen und Schüler können die Lehrenden nutzen, um zu erfahren, wie hilfreich bestimmte Fördermaßnahmen sind.
    • Selbstevaluationen sind sinnvoll, um zum Beispiel die an der Schule eingesetzten Diagnoseinstrumente, Fördermaßnahmen und Lehr- und Lern-Arrangements auf ihre Wirksamkeit und Übertragbarkeit hin zu prüfen.
  • Ziel ist es, die individuelle Förderung als pädagogisches Prinzip an der Schule so zu verankern, dass jede Schülerin und jeder Schüler bestmöglich lernen kann.

Auszug aus "Basismodell zur individuellen Förderung an beruflichen Schulen" Ministerium für Kultus, Jugend und Sport, 2013

  • Arbeit in Lehrkräfteteams – Okt 2013
  • Gelingensfaktor Kooperation – Nov 2013